Fachhochschule (FH) oder Universität (Uni)

Fachhochschule oder Universität? Das ist eine der Fragen, die die meisten zukünftigen Studenten eines Bauingenieurwesen Studiums am meisten interessiert. Schließlich gehört das Bauingenieurwesen Studium zu den Studiengängen, die sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten angeboten werden. Und beide Varianten ihre Vorteile und Fürsprecher genießen. Daher geben wir dir in diesem Artikel einen kurzen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Bauingenieurwesen Studiengänge an Fachhochschule und Universitäten.

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Bauingenieurwesen Studium an der Universität (Uni)

Hier nun zuerst eine kurze Einschätzung zum Bauingenieurwesen Studium an der Universität (Uni).

freies Studium mit hohem wissenschaftlichen Anspruch

Universitäten bilden in erster Linie für Forschung und Lehre aus. Zwar wechseln heutzutage die meisten der Absolventen einer Universität ins praktische Berufsleben. Dennoch ist auch heute noch die Ausbildung an einer Universität vorrangig für eine spätere Tätigkeit in Forschung und Lehre ausgerichtet. Dadurch wird an Universitäten sehr viel wissenschaftlich und theoretisch gearbeitet, um auf eine spätere Tätigkeit in der Forschung oder Lehre vorzubereiten. Die Ausbildung an einer Universität geht daher sehr ins Detail, gilt allgemein als etwas schwieriger und ist vorrangig auf selbständiges und methodisches Arbeiten ausgerichtet. Diese „akademische Freiheit“ ermöglicht auch das „Hineinschnuppern“ in angrenzende und abgelegene Fachbereiche und ermöglicht interdisziplinares Vernetzen.

Karriere in Forschung und Lehre

Universitäten bieten daher nicht nur weiterführende Masterstudiengänge an. Sondern für besonders erfolgreiche Masterabsolventen auch die Möglichkeit einer Promotion. Durch eine Promotion eröffnen sich weitere Möglichkeiten einer lehrenden oder forschenden Tätigkeit an einer Hochschule oder anderen Einrichtung. Mit einer weiterführenden Habilitation kannst du sogar bis zum Universitätsprofessor aufsteigen.

Qualitäts- und Gütesiegel

Der deutsche Universitätsabschluss ist in den Ingenieurswissenschaften immer noch ein absolutes und international anerkanntes Gütesiegel. Dementsprechend sind Absolventen eines deutschen Bauingenieurswesen Studiums in der deutschen und internationalen Wirtschaft sehr begehrt.

Der hohe Theoriegrad des Studiums an Universitäten wird daher meistens nicht als Makel sondern als weiteres Qualitätsmerkmal verstanden.

Einstiegsgehalt

Das zeigt sich auch im Einstiegsgehalt: Absolventen eines Bauingenieurwesen Studiums an deutschen Universitäten verdienen im Schnitt bis zu 3.000 Euro mehr als ein FH-Absolvent.

renommierte Professoren und Experten

Ein nicht zu unterschätzendes Argument für das Bauingenieurwesen Studium an Universitäten sind die dortigen Professoren. Wenn du an einer renommierten Universität studierst, wirst du es dort mit den besten Leuten des jeweiligen Fachs zu tun haben. Mit renommierten nationalen und internationalen Experten, die dich und dein späteres Arbeiten prägen können. Die Qualität eines ganzen Fachbereichs steht und fällt an einer Universität daher aber auch mit den Professoren.

Partys!

Und dann sind da natürlich noch die Partys. Universitäten sind naturgemäß sehr große Einrichtungen, in denen viele verschiedene junge Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen. Klar, dass dort dann auch (sehr regelmäßig) Partys gefeiert werden. Wenn du also neben dem Studium auch eine ausgesprochen gute Zeit verleben willst, könnte das Universitätsstudium die Zeit deines Lebens werden. 😉

Abitur notwendig!

Voraussetzung für ein Studium an der Universität ist immer noch eine allgemeine Hochschulreife (in einzelnen Bundesländern auch die Fachgebundene Hochschulreife). Für ein Studium an einer Fachhochschule ist hingegen eine Fachhochschulreife ausreichend.

Spezialfall Technische Universität

Einen Spezialfall der universitären Ausbildung bilden in Deutschland die Technischen Universitäten (TU). Auch bei diesen handelt es sich um vollwertige Universitäten, die aber traditionell auf naturwissenschaftliche und technische Studiengänge spezialisiert sind. Aufgrund dieser konsequenten Spezialisierung genießen Abschlüsse von Technischen Universitäten in den betroffenen Berufsfeldern ein sehr hohes Ansehen. Dieser gute Ruf der Abschlüsse wird aber erfahrungsgemäß mit noch höheren Ansprüchen an den einzelnen Studenten bezahlt. Wenn du also einen sehr angesehen Abschluss anstrebst und dafür auch bereit bist, überdurchschnittlich hart zu arbeiten, könnte ein Bauingenieurwesen an der TU etwas für dich sein.

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Bauingenieurwesen studieren an der Fachhochschule (FH)

Hier nun die Einschätzung zum Bauingenieurwesen Studium an der Fachhochschule

praxisbezogen und linearer

Das Studium an Fachhochschulen (FH) gilt gegenüber den Uni-Studiengängen als praxisbezogener und allgemein linearer. Wenn du also vor dem Studium schon weißt, dass du nach dem Studium praktisch arbeiten möchtest, könnte ein Studium an der Fachhochschule für dich der richtige Weg sein.

Kooperation mit regionalen Arbeitgebern

Fachhochulen kooperieren häufig mit regionalen Unternehmen in Form von Gastdozenten und Praktika. Dadurch kommen die Studenten eines Bauingenieurwesen Studiums an der Fachhochschule bereits im Studium mit möglichen späteren Arbeitgebern in Kontakt. Das verbessert natürlich die Jobchancen bei möglichen Arbeitgebern in der Nähe deiner Hochschule. Wenn du also ungern umziehen möchtest, solltest du über ein Fachhochschulstudium in deiner Nähe nachdenken.

nicht so überfüllt

Weiterhin gelten Fachhochschulen im Vergleich zu Universitäten als (noch) nicht so überfüllt. So kannst du dich besser konzentrieren und den Professor auch mal etwas fragen. Auch ist das Partyleben an Fachhochschulen weniger ausgeprägt. Auch das kann für einen zielstrebigen Studenten schon mal ein Vorteil sein. Wenn du dich leicht ablenken lässt, könnte also ein etwas weniger ausschweifendes Studentenleben an einer Fachhochschule ja ein Argument für dich sein.

bessere Betreuung, kürzere Wege

Das Studium an Fachhochulen gilt allgemein als verschulter. Als Student bekommst du einen Stundenplan und wirst allgemein besser „an die Hand genommen“. An einer Universität kannst du demgegenüber schon mal „verloren gehen“, wenn du den Überblick über Kurse und Scheine verlierst. Zusätzlich sind die Wege an Fachhochulen kürzer, da die Campusse der FHs generell kleiner sind. Das bedeutet weniger Hetzen und pünktlicheres Erscheinen zu Vorlesungen, Seminaren und – nicht zuletzt – Klausuren.

Auch die Fach- und Kompetenzbereiche der einzelnen Professoren sind strenger abgegrenzt: Dadurch ist es leichter für den einzelnen Studenten, den fachlichen Überblick zu behalten.

Abschlüsse (formal) gleichwertig

Die Abschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen gelten seit dem Bologna-Prozess als (zumindest formal) gleichwertig. Ein Abschluss einer FH braucht heutzutage nicht mehr als solcher gekennzeichnet zu werden.

Auch die Regelstudienzeit wurde mittlerweile zwischen Universitäten und Fachhochschulen angeglichen. Bis zum Masterabschluss musst du an beiden Einrichtungen in der Regel 10 Semester studieren.

Fazit

Natürlich gibt es bei der Entscheidung, ob Uni oder FH auch im Bauingenieurwesen Studium kein pauschales Richtig oder Falsch. Was für dich das richtige Studium ist, musst du selbst entscheiden. Ein zielstrebiges FH-Studium Bauingenieurwesen (mit Praktika bei regionalen Arbeitgebern) kann im Vergleich zu einem langwierigen und hochgradig theoretischen Uni-Studium im späteren Berufsleben ein absoluter Vorteil sein. Dennoch gelten deutsche Universitäten in den Ingenieurswissenschaften auch international immer noch als das Maß der Dinge. Wer sich also mit den Besten messen möchte, sollte den Schritt dorthin nicht scheuen.

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