Welches Gehalt erwartet dich nach dem Studium?

Auch wenn das Gehalt niemals die alleinige Motivation für ein Studium sein sollte, spielt es dennoch eine wichtige Rolle. Wenn du später hart arbeitest, willst du natürlich auch gutes Geld verdienen und dir mal etwas leisten können. In diesem Beitrag zeigen wir dir daher, welches Gehalt dich nach deinem Bauingenieurwesen Studium erwartet und von welchen Faktoren dieses abhängt.

Werbung

Einstiegsgehalt und Spitzengehalt

  • Einstiegsgehalt 2.800 bis 3.500 brutto
  • Spitzengehalt 8.500

Nach dem Abschluss deines Bauingenieurwesen Studiums erwartet dich ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 2.800 bis 3.500 Euro brutto monatlich (Stand 04/2017).
Mit steigender Berufserfahrung ist nach heutigem Stand ein Spitzengehalt von bis zu 8.500 brutto monatlich zu beobachten.

Ingenieure hui, Baubranche pfui???

Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker sondern vor allem auch das Land der Tüftler: Ingenieure verdienen in Deutschland traditionell und immer noch mit am besten. Insbesondere in der Automobil- und Telekommunikationsindustrie sowie im Maschinenbau verdienen Ingenieure überdurchschnittlich viel. Unter allen Ingenieuren sind Bauingenieure allerdings beim Einstiegsgehalt am schlechtesten gestellt.

Contra: Konjunktur, Zinsen, Immobilienpreise und Wetter

Dies hängt mit traditionellen und strukturellen Problemen in der Baubranche zusammen: So ist insbesondere die Baubranche sehr konjunktursensibel und auch stets abhängig von der Zinsentwicklung und der Entwicklung der Immobilienpreise.
Dazu kommt auch noch die Abhängigkeit vom Wetter: Wenn ein Winter in Deutschland besonders kalt ausfällt, geht die Arbeit auf vielen Baustellen langsamer voran. Auch die Finanzkrise der Jahre 2009 bis 2011 und die Energiewende wirken bis heute immer noch auf die Einstiegs- und Spitzengehälter der deutschen Bauingenieure. Dieser Umstände solltest du dir von Anfang an bewusst sein: Auch in Zukunft werden konjunkturelle Einbrüche sich negativ auf deine Gehaltsentwicklung auswirken. Das ist in der Baubranche immer so gewesen und wird voraussichtlich auch so bleiben.

Pro: Konjunktur, Innovationen, niedrige Arbeitslosigkeit

Allerdings profitiert die Baubranche natürlich auch überdurchschnittlich von Erholungsphasen der Konjunktur: Wenn es wieder bergauf geht, spürt man das in der Baubranche sehr früh. Und das zeigt sich dann auch in Form von Gehaltssteigerungen.
Und innovative Trends wie die Energiewende in Deutschland sollten eher als Chance denn als Risiko verstanden werden: Gerade Bauunternehmen können diese Entwicklungen proaktiv mit begleiten und dort angestellte Bauingenieure werden das auf dem Gehaltszettel spüren.

Hochschule und Abschluss

Für das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs ist der Hochschulabschluss entscheidend: So verdient ein Master-Absolvent jährlich 2.000 bis 3.000 € mehr als ein Bachelor-Absolvent. Mit einer Promotion kann das jährliche Einstiegsgehalt sogar um bis zu 10.000 Euro gesteigert werden. Allerdings dauert eine Promotion auch durchschnittlich zwei bis vier Jahre. Eine zeitliche Investition die wohl überlegt sein sollte!
Zu den Gehaltsunterschieden zwischen den einzelnen Abschlüssen kommen auch noch Unterschiede zwischen den Hochschultypen: So verdient ein Absolvent einer Universität jährlich im Durchschnitt 1.000 bis 3.000 Euro mehr als derjenige, der den gleichen Abschluss an einer Fachhochschule gemacht hat.

Regionen: West vor Ost und Süd vor Nord

Ein weiterer wichtiger Faktor für die konkrete Höhe des Einstiegsgehalts ist die Region, in der ins Berufsleben eingestiegen wird: Immer noch werden in den neuen Bundesländern rund 15% niedrigere Einstiegsgehälter gezahlt.
Aber es gibt nicht nur Unterschiede zwischen Ost und West. Auch im Süden Deutschlands, der traditionell für Ingenieure ein gutes Pflaster ist, werden für Bauingenieure durchschnittlich höhere Einstiegsgehälter gezahlt als im Norden Deutschlands.
Dafür sind die Lebenshaltungskosten in den alten Bundesländern und dem Süden Deutschlands höher als im Norden, den neuen Bundesländern oder allgemein der Provinz. Auch hier sollte der Absolvent also genau überlegen, ob sich ein Umzug nicht eventuell lohnen könnte. Für Ingenieure vorteilhafte Regionen wie der Südwesten Deutschlands sind bereits seit vielen Jahren beständig gut und weniger konjunkturanfällig.

Last but not least: das Unternehmen

Und natürlich ist auch entscheidend, bei welchem Unternehmen der erste Job nach dem Bauingenieurwesen angefangen wird. In der Vergangenheit galt die eiserne Regel, dass ein großes und namhaftes Unternehmen mehr bezahlt als ein kleines, weniger namhaftes.

kleine und mittlere Unternehmen: Einzelfall entscheidend

Heute kann man eine so pauschale Aussage gar nicht mehr treffen, ob kleinere, größere, unbekanntere oder namhaftere Unternehmen mehr Gehalt bezahlt.
Das hängt von der konkreten Stelle im Einzelfall ab:

  • Wofür wird jemand mit welcher Spezialisierung gesucht?
  • Wie geht es dem konkreten Unternehmen finanziell und perspektivisch?
  • Ist das Unternehmen besonders konjunktursensibel oder konjunkturresistent?
  • Ist das jeweilige Unternehmen an innovativen Bauprojekten beteiligt oder eher in traditionell geprägten Bauprojekten vertreten?
  • Wie viel Geld verdient das Unternehmen mit den konkreten Projekten, für die man eingesetzt werden soll?
  • Welche Spezialisierungen bringt man vielleicht schon aus Praktika oder dem Studium selbst mit, um bei rentableren Projekten zu unterstützen?

Hier ist bereits schon ein gutes Näschen des Berufseinsteigers gefragt. So ist es mittlerweile durchaus denkbar, dass ein verhältnismäßig kleines Bauunternehmen an besonders innovativen  Projekten sehr gut verdient und hierfür auch spezialisierte Bauingenieure einstellt. Das Gehalt kann in so einem kleinen Unternehmen also durchaus auch mal überdurchschnittlich hoch sein.

große Unternehmen: Tarifverträge, mehr Aufträge und wieder Konjunktur!

Allerdings sind kleine Unternehmen seltener an Tarifverträge gebunden als große Unternehmen. Und dieser Umstand sollte nicht vernachlässigt werden: Denn wenn du für ein Unternehmen arbeitest, das an den Tarifvertrag der IG Metall gebunden ist, verdienst du durchschnittlich 20% mehr. Große Unternehmen sind auch generell auch weniger konjunktursensibel, da sie in der Regel mehr Aufträge übernehmen als kleine und mittlere Unternehmen und somit auch konjunkturelle Dellen schneller und besser auffangen können. Bauingenieure in Unternehmen mit mehr als 1.000 MA verdienen im Schnitt ca. 10% mehr als Bauingenieure in kleineren Unternehmen.

öffentliche Verwaltung und Stiftungen: interessante Alternativen

Aber es muss ja nicht immer ein Job in der privaten Bauwirtschaft sein: Auch Positionen in nachgeordneten Dienstleistungen (Personalberatungen zum Beispiel) oder der öffentlichen Verwaltung (bei Bund, Ländern oder Gemeinden) sowie Stiftungen und NGOs können entweder eine bessere Dotierung oder überdurchschnittliche berufliche Sicherheit bieten. Auf jeden Fall solltest du bei der Recherche schnell Scheuklappen ablegen und auch nach unorthodoxen Lösungen Ausschau halten! Es kann sich lohnen!

Werbung

Berufserfahrung wird zunehmend wichtiger

Mit zunehmender Dauer des Berufslebens wird für das konkrete Gehalt die Berufserfahrung entscheidender als Abschlüsse oder Hochschulen. Schon in den ersten 5 – 10 Jahren deiner Berufserfahrung wird dein Gehalt so stark ansteigen wie danach voraussichtlich nie wieder. Das hängt damit zusammen, dass deine Lernkurve in der beruflichen Praxis in diesen ersten Jahren am steilsten ist. Du kannst dich mit Fleiß und Lerneifer stark von gleichaltrigen Kollegen abheben. Du lernst praktisch regelmäßig Neues und kannst deine Erfahrungen auf dir liebgewordenen Gebieten immer weiter spezialisieren und dich somit immer unentbehrlicher und damit für den Arbeitgeber (und andere potenzielle Arbeitgeber) wertvoller machen.

Duales Studium und Praktika

Wer ein duales Studium Bauingenieurwesen absolviert, ist somit gegenüber klassischen Studenten schon einmal im Vorteil. Denn es wurden ja bereits 3 Jahre berufspraktische Erfahrungen gesammelt und erste praktische Spezialisierungen haben stattgefunden.
So kann entsprechende Berufserfahrung einen höheren Berufsabschluss durchaus ausstechen. Ein Bachelorabsolvent mit Berufserfahrung kann einen Masterabsolventen ohne Berufserfahrung durchaus beim Einstiegsgehalt übertrumpfen.
Es muss aber nicht immer das duale Studium für die Berufserfahrung sein. Auch ein „klassischer“ Student kann während des Studiums bereits praktische Erfahrung sammeln, indem er Praktika absolviert.
Das Spitzengehalt erreichen Bauingenieure in Deutschland durchschnittlich mit 45 Jahren.

Fazit: Bauingenieurwesen Studium Gehalt

Auch wenn Bauingenieure in Deutschland unter den Ingenieuren immer noch am wenigsten verdienen, gibt es doch einige gute und ganz praktische Gründe die für eine Karriere in der Bauindustrie sprechen.
Daneben kann durch einige Faktoren bereits vor Beginn des eigentlichen Arbeitslebens Einfluss auf das spätere Einstiegsgehalt genommen werden.

Diese sind:

  • Hochschultyp: Uni oder FH
  • Abschluss: Promotion besser als Master, Master besser als Bachelor
  • das Unternehmen: große Unternehmen vs. kleinere und mittlere Unternehmen vs. Verwaltung und NGOs
  • Berufserfahrung: Praktika oder duales Studium

Hier geht es zur Hauptseite von Bauingenieurwesen-Studium.com zurück.

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere